an meinem küchentisch

verssprünge

sie sitzt an meinem küchentisch
bei geöffnetem fenster
und erzählt von sich

von den eckigen schatten
die sie wirft, unterm mond
(schlafen wahre gesichter)

von dem schachteltraum
dessen labyrinth stets
nach unten weist

von der schwierigkeit
einen menschen zu formulieren
(den man liebt)

und von der ganzheit
einer melodie
(die deine stimme trägt)

vom sturm abgeschirmt
sitz ich an meinem küchentisch
und schreibe ein gedicht

(©diana jahr 2013/2017)

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Ich wähle diesmal nicht! Weil ich mir mehr Demokratie wünsche.

brasch & buch

Gegen-Wahlen

Seit einiger Zeit festigt sich mein Entschluss, meine Wahlfreiheit auszuüben und im September nicht zu wählen. Ich schließe mich damit der wachsenden Gruppe der Nichtwähler an. Nein, es ist nicht wachsende Politikverdrossenheit. Im Gegenteil. Je intensiver ich mich politischen Themen widme, desto stärker wächst mein Unbehagen über das Wahlspektrum und die Suche danach, wie ich mir eine deutlich repräsentativere Demokratie wünsche.

Nichtwähler_bei_Bundestagswahlen_seit_1949 Quelle: Wikipedia auf Bild klicken

In den vergangenen Wochen habe ich meine Entscheidung, nicht zu wählen, auch ab und an in den sozialen Medien kundgetan. Die Reaktionen – oder soll man besser sagen: die Reflexe – waren erwartungsgemäß. Von seufzender Zustimmung bis hin zu „Find ich scheiße.“ oder „Nichtwähler sind die, die uns eines Tages in die Scheiße reiten.

Sonderlich konstruktiv waren die meisten Kommentare nicht. Vielmehr bestätigten sie ein traditionell gewachsenes Phänomen, das David Van Reybrouk, belgischer Historiker und Autor, in seinem Buch…

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Wusstet ihr’s?

Sunny Moeller

Quelle: http://www.bundestag.de

Wusstet ihr’s?

Ich schaue keine Nachrichten mehr, weil ich 99% davon für Ablenkgehirnkacka halte und das hier ohnehin nicht über die Hauptkanäle gelaufen wäre. Lieber jede Woche über die bösen Moslems aufregen, was das für Dreckssäcke sind (so das verbreitete Vokabular), als mal zu gucken, was unseres Gleichen so treibt. Man beachte das Datum! Wusstet ihr’s?

Dumm fressen und Hirn abtrainieren, denn Dummheit ist leicht zu führen. Das scheint mir in unserem Land oft die Devise zu sein…

#wernichtwähltwähltrechtsundjetzt?

(c) Sunny Möller

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Alles wird gut!

Shapiro über Gott und die Welt

In dieser Zeit der Bedrohungen mit Kriegen in Syrien, Afghanistan, Irak, Sudan, Jemen und mit den Krisen in Europa mit Brexit, den antidemokratischen Regierungen in der Türkei, Polen und Ungarn, dem politischen Chaos in den USA und dem gefährlichen Regime in Nordkorea, wie kann man da behaupten „Alles wird gut“?
Und doch gibt es seit einigen Jahren Untersuchungen, die zeigen, dass sich vieles in der Welt verbessert: die Gewalt nimmt ab (Morde, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Raub, Einbrüche) ebenso die extreme Armut und der Hunger in der Welt. Die Weltbevölkerung steigt zwar weiter aber nicht so stark wie noch vor Jahren. Erforscht hat das der Harvard Psychologe und Linguist Steven Pinker, der es in einem umfangreichen Buch mit dem Titel „Gewalt, eine neue Geschichte der Menschheit“ („The Better Angels of Our Nature: Why Violence Has Declined“) beschreibt. Er untersuchte archäologische Fundstätten und Museen nach Zeichen von Gewalteinwirkungen an Schädeln und Skeletten…

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Väterchen, erzähl mir etwas Trauriges

form7

Pramoedya Ananta Toer, der große indonesische Erzähler, der vor einigen Jahren verstorben ist, schuf sein berühmtestes Werk als politischer Gefangener. Als Gegner des Dikators Soeharto hatte er seine Stimme erhoben. Als man ihm drohte, ließ er sich nicht einschüchtern, was zur Folge hatte, dass er sich für sieben Jahre auf einer kleinen, entlegenen Insel wiederfand, wo er als Gefangener Zwangsarbeit verrichten musste. Dort begann er einen Roman zu schreiben, und zwar im Kopf. Ihm wurden weder Stift noch Papier zugebilligt, elektronisches Equipment gab es noch nicht. Was machte Pramoedya? Er begann, die sich in seinem Kopf entfaltende Geschichte den Mitgefangenen zu erzählen. Und zwar so, wie das in der Geschichte alle großen Erzähler gemacht haben, als Fortsetzungsroman. So entstand die nach der Insel benannte Buru-Tetralogie. In ihr wird das Erwachen der indonesischen Nation aus dem Flickenteppich der Kolonisation beschrieben. Es ist brillant erzählte, bewegende, hoch politische Literatur. Und es ist nicht…

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