Volkstrauertaggedankengang

bittemito

Ein wahrlich stiller Tag, selbst der ansonsten lebensbejahende Tropfregen mahnt die Menschen zu stummer Eile und schneller Wiederinneneinkehr. Tropfend perlt er an kondensierten Fensterscheiben ab, gleicht dem leisen Weinen derer, die trockensicher um all‘ die anderen trauern. Um die Opfer aller Nationen, im ehrendem Gedenken an jedwedes Menschenkind. Hie wie dort. Krieg, was für ein gewaltiges, alles verschlingen wollendes Wort. Lähmt uns, kriecht innenhäutig in unsere Gedankenspiralen ein und macht sich breit wie ein fetter Parasit. Nutzt nur ein paar wenigen und nährt sich von uns, die wir erstarrt vor Entsetzen keine Möglichkeit zur Wehr befleißigen können. Zu der wir doch durch unser eigenens Menschsein verpflichtet sind. Wir zünden leise weinend Kerzen an und sind auf einmal alle ein Teil von Paris. Warum nicht von Peschawar oder Beirut? Weil es uns näher ist, weil wir den kalten Hauch des Irrsinns auf einmal in unseren sich aufwellendem Nacken spüren. Wer fragt…

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