Das Tabu der Unsterblichkeit

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Es ist keine Religiosität erforderlich, um der biblischen Metapher, dass wir alle nur Gast auf dieser Erde sind, etwas abgewinnen zu können. Sie ist so treffend, dass sie sogar als realistische Beschreibung unseres Daseins genommen werden kann. Was sie unangenehm macht, ist die eindeutige Aussage, dass unser Verweilen auf diesem Planeten temporär ist. Damit wird ein Tabu gebrochen, das sich mit der Phantasie von der Beherrschbarkeit der Welt seit dem Durchbruch von Naturwissenschaft und Technik zu einer vermeintlichen Wahrheit gemausert hat. Alles, was dem Zweifel an der irdischen Existenz über lange Perioden der Menschheitsgeschichte Stoff lieferte, nämlich genau die Gewissheiten über die eigene Fehlbarkeit und Endlichkeit, wurde nach und nach aus dem öffentlichen Bewusstsein getilgt.

Mit Industrialisierung und Technokratie wurde der Zweifel ersetzt durch den Mythos von Juvenilität und Dynamik. Der Mythos herrscht und tilgt jeden Zweifel. Dass er zu einer kollektiven Hybris geführt hat, die die einzelnen Individuen in…

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