Mundspei Ohrenbrei

Tana Hell

Stille. Mein größter Wunsch ist Stille. Stattdessen höre ich ungefiltert dieses Gurgeln, Hämmern, Jammern, Murmeln, Quäken, Zischeln, Trommeln, Blubbern, Dröhnen, Bimmeln, Sabbeln, Ächzen, Grunzen, Stöhnen, Röhren, Pfeifen, Kreischen, Niesen, Räuspern, Tribbeln, Ruscheln, Nörgeln, Knirschen, Schlürfen… Großraumanimals auf ihrer Pirsch. Der Tag verschlingt sich selbst und spuckt sich stündlich wieder aus.

Er quillt mir aus den Ohren, dieser Brei aus Lauten, klumpt auf meine Seidenbluse, krustet sich den Rücken entlang zum Steiß, bröckelt träge auf den Boden und bildet eine Lache aus getrocknetem Mundspei bis zum Knöchel. Bitte, ich trage Ledersohlen! Fünfundzwanzigeinhalb Stunden ununterbrochen Erbrochenes. Jeder Ton ein Hackebeil in meinem Kopf. Die Paukenhöhle am Zerbersten. Hammer auf Amboss, Hammer auf Amboss, Hammer auf Amboss. Stereozilien kurz vor der Entwurzelung durch monologische Penetration. Geplärrtes Nasalsputum. Verbales Malträtieren. Gehustete Vergewaltigung.

Sadistische Gedanken manifestieren sich, zucken epileptisch hinter meinen Augen. Ich streife doppelt gummierte Handschuhe in freundlichem Gelb über und reiße Zungen aus…

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