Der Winter ohne Romane

A Readmill of my mind

HöhleWir halten nie nur genießerischen und gebrauchsorientierten Abstand zum Erzählten. Wir ornamentieren das Lesen mit allerlei kritischen Gelüsten und mit dem Anspruch nach Einordnung in den eigenen, mühsam erworbenen Kanon ästhetischer Vorlieben. Vielleicht kann ich im Lebensnachmittag des Winters nicht lesen wie im Lebensvormittag des Frühling oder Sommer. Unterm grauen, nebelverhangenen Himmel gefrieren meine kreativen Energien und sie lassen sich nicht durch belletristische Lektüre erwärmen. Hinzu kommt, dass ich mir Wissenspeck anfressen muß. Da hat es dann nur Platz für das lustvolle Schnabulieren von Sachbüchern aller Art. Sie sind das mon cherie des Winters, ein saisonales Lock- und Duftmittel, das stabile Gegengewicht zum leichtfüßigen Erzählstrom. Sie sind die Eindickung der Zeit.  Wenn in mir selbst keine Geschichten glimmen, haben die Affekte der schönen Literatur auf die Welt meiner Empfindungen auf  Sand gebaut. Sie zu lesen fände keine Entsprechungen der inneren Gier nach ihnen. Der Bär des Lesens zieht sich in…

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